Auslobung

 

ZIELE DES STAATSPREISES

Das Land Niedersachsen, vertreten durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, lobt den Staatspreis für Architektur zum achten Mal aus, zum fünften Mal in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen, der Berufsvertretung aller Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner des Landes. Verliehen wird der Preis im Herbst 2010 durch den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen.

Es ist ein hohes Anliegen der Landesregierung, durch vielfältige Unterstützung baukulturelle Leistungen in Niedersachsen in breiter Form anzuregen und zu würdigen. Alle zwei Jahre wird mit dem Staatspreis auf besonders wegweisende und qualitätvolle Lösungen in themenzentrierten Einzelfeldern aufmerksam gemacht. Eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit, darunter die Präsentation der ausgezeichneten Arbeiten im Rahmen einer Wanderausstellung, macht den Staatspreis auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Er trägt erheblich dazu bei, das Bewusstsein für baukulturelle Qualität in Niedersachsen zu schärfen.

Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2010 wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur verliehen und steht in diesem Jahr unter dem Titel.

Bauen für Soziales, Gesundheit und gewerbliche Dienstleistungen.

Prämiert werden Beiträge aus dem Bereich der Sozial- und Gesundheitsbauten und ihrer Dienstleistungen, da sie zu den Eckpfeilern insbesondere zukünftiger sozialer Infrastruktur zählen. Es werden innovative Projekte im Kontext herausragender Architektur ausgezeichnet, die sich den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen angesichts des demografischen Wandels und einer älter werdenden Gesellschaft in besonderer Weise stellen. Darüber hinaus sind beispielgebende, nachhaltig konzipierte und ausgeführte gewerbliche Dienstleistungsbauten Gegenstand des Wettbewerbs.

Das weit gefasste Thema spricht bewusst ein breites Spektrum des Bauens von sozialen und dienstleistenden Einrichtungen und der Gestaltung ihres Umfeldes an.

Im Wettbewerb werden erwartet:

- Bauten der klassischen Gesundheits- und Betreuungsarchitektur wie z. B. Klinikum, Ambulanz, Gesundheitszentrum, Kur-, Reha- oder Tagespflegeeinrichtung, Arztpraxis sowie
  Bauten der Alten- und Behindertenbetreuung,
- Bauten sozialer Dienstleistungen wie z. B. Jugend-, Behinderten- bzw. Seniorenzentrum, aber auch innovative senioren- und behindertengerechte Neu- und Umbauten sowie Bauten
  des intergenerativen bzw. gemeinschaftlichen Wohnens im Alter sowie
- Bauten, die von Anbietern gewerblicher Dienstleistungen genutzt werden und sich in der Ausführung durch ihre richtungsweisende, umfassende Nachhaltigkeit auszeichnen.

An ihrer beispielgebenden Gestalt- und Nutzungsqualität und der Differenziertheit des zugrunde liegenden Planungsprozesses ist ablesbar, welcher gesellschaftliche Stellenwert insbesondere Gesundheit und Sozialem beigemessen wird.

Bauten für Soziales, Gesundheit und gewerbliche Dienstleistungen sind nicht nur funktionale Gebäude, sondern baukultureller Ausdruck unserer Zeit. Ihre Architektur übernimmt Werte vermittelnde Funktionen für Bauherren sowie Nutzerinnen und Nutzer und fördert so das Grundverständnis von architektonischer Qualität. Bei gelungener Einbindung in den städtebaulichen Zusammenhang strahlen sie in ihre Umgebung aus und tragen wesentlich dazu bei, Architektur in ihrer Vielfalt, in ihrer stadtgestalterischen und stadtgesellschaftlichen Funktion sowie in ihrer gesellschaftspolitischen Dimension wahrzunehmen.

Mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur werden Projekte ausgezeichnet, die im Sinne dieser Ziele richtungweisend sind, die mit Kreativität und hoher baukünstlerischer Qualität einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung unseres Landes leisten.

Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur wird für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Architektur verliehen. Da die Entstehung guter innovativer Architektur ohne einen verantwortungsvollen und risikobereiten Bauherren kaum denkbar ist, werden sowohl die Entwurfsverfasserin / der Entwurfsverfasser als auch der Bauherr ausgezeichnet.

 

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Zugelassen sind hervorragende, bereits realisierte Objekte aus den Bereichen Soziales, Gesundheit und gewerbliche Dienstleistungen, die aus städtebaulicher, architektonischer oder/und landschaftsplanerischer Sicht die genannten Ziele beispielhaft erfüllen. Sie sollen ferner durch bauliche Maßnahmen zur Aufwertung ihrer Umgebung und zur Förderung der Baukultur beitragen. Die eingereichten Maßnahmen müssen zwischen dem 01.01.2005 und dem 14.05.2010 in Niedersachsen fertig gestellt worden sein.

Teilnahmeberechtigt sind Entwurfsverfasserinnen bzw. Entwurfsverfasser und Bauherren.

Jede Person kann sich mit einem oder mehreren Objekten um den Staatspreis bewerben. Ausgeschlossen sind Objekte, die bereits bei einer der vergangenen Auslobungen des Staatspreises eingereicht wurden.

 

BEWERTUNGSKRITERIEN

Städtebauliche Qualitäten

- Stadträumliche und stadtgestalterische Qualität
- besondere konzeptionelle Überlegungen
- Strahlkraft auf andere Bereiche des Umfeldes
- Einbindung in das Nutzungsgeflecht des stadt- und sozialräumlichen Umfeldes

Gestaltungsqualitäten

- Qualität der architektonischen Gestaltung von Gebäuden und Freiräumen
- Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit
- Innovationsgehalt
- angemessene Detailqualität

Nutzungsqualitäten und gesellschaftspolitische Anforderungen

- Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung
- Nachhaltigkeit
- Identifikation und Umfeldbezug
- Einbeziehung vielfältiger Zielgruppeninteressen auch im Planungsprozess
- Ausstrahlung in die Stadtgesellschaft
- Anpassungsfähigkeit an soziale und demografische Veränderungen

 

JURY

Die Jury wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Abstimmung mit der Architektenkammer Niedersachsen benannt. Die oder der Vorsitzende wird zu Beginn der ersten Sitzung gewählt. Jedes Mitglied hat eine Stimme, im Falle der Stimmengleichheit hat die oder der Vorsitzende zwei Stimmen. Alle Entscheidungen werden mit einfacher Mehrheit getroffen.

Besetzung der Jury

- fünf Vertreterinnen oder Vertreter der Fraktionen des Niedersächsischen Landtags
- Vertreterin oder Vertreter des Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
- Vertreterin oder Vertreter der Architektenkammer Niedersachsen
- Vertreterin oder Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens
- Vertreterinnen oder Vertreter aus dem Bereich Soziales, Gesundheit und/oder gewerbliche Dienstleistungen
- Vertreterin oder Vertreter Architektur Hochschule / Wissenschaft
- drei Vertreterinnen oder Vertreter aus den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung