Preisträger

Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt
Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt

HANOMAGLOFTS

HANNOVER

Adresse

Hanomagstraße 3A-C; Hanomaghof 8, 9, 12, 30449 Hannover

Bauherrin

Baugemeinschaft HanomagLofts, Hannover

Entwurfsverfasser

agsta - Architekten und Ingenieure, Hannover

Weitere Beteiligte:

lad+ Landschaftsarchitektur Diekmann, Hannover

Fertigstellung

August 2013

Fotografen:

Olaf Mahlstedt | Christan Burmester

URTEIL DER JURY

Die vorgestellte Arbeit eröffnet exemplarisch die Diskussion über die Revitalisierung historischgewachsener Industriestandorte im urbanen Kontext der Stadt Hannover. Umso mehr ist es erfreulich,dass das Hanomag-Gebäude durch eine schlüssige Nutzungsänderung in prachtvoller Weiseerhalten werden konnte.

Es ist sicherlich nichts Neues, dass ehemalige Industriegebäude zu so genannten „Lofts“ umgebautwerden. Beispiele aus Amerika sind bestens bekannt.

Bemerkenswert ist hier jedoch, dass in der Gesamtbetrachtung die unterschiedlichen Zeitschichten erkennbar in ein architektonisch und stadträumliches Konzept gefasst sind. Hierbei liegt der große Wert dieser Arbeit in der Renaissance der programmatischen Herangehensweise. Gerade in den 70er Jahren stand die Frage nach „Partizipation im Planungsprozess“ auf der Tagesordnung der progressiven Architektur- und Stadtplanungsfakultäten und fand in der Umsetzung aber nur wenig erfolgreiche Beispiele. Umso erfreulicher kann bei den HanomagLofts von einem gelungenen Projekt gesprochen werden. 23 Bauherren haben sich zu einer Bauherrengruppe zusammengeschlossen und dieses Projekt realisiert. Hinter einer werthaltigen und sensibel sanierten Fassade zum Stadtraum, die in ihrer Ikonographie der zeitgenössischen Vorstellung von Industriearchitektur folgt, verbirgt sich ein hohes Maß an individueller und selbst bestimmter Nutzungsvielfalt im Zusammenhang mit heutigen Wohnvorstellungen. Die einzelnen „Lofts“ leben von ihren großartigen Raumkompositionen und ihrer materialgebundenen Qualität. Selbst die vertikalen Erschließungszonen strahlen eine großzügige und offene Atmosphäre aus und werden daher zum brauchbaren „halböffentlichen Raum“.

Im „Baugemeinschaftsmodell“, verbunden mit guten Architekten, die sich in geduldiger und treuhänderischer Weise ihren Bauherren verpflichtet haben, ist der eigentliche Erfolg zu sehen. Dieses Modell sollte offensiv auch in die Politik getragen werden. Die Politik kann wiederum Impulse und Voraussetzungen schaffen, damit dieses Modell für viele Stadtbewohnerinnen und -bewohner die Chance eröffnet, ihre zukünftige Wohnwelt auch in der historisch gewachsenen Industriearchitektur mit zu gestalten.


STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Das Projekt ist Teil der Revitalisierung des ehemaligen Werksgeländes der Hanomag im Hannoverschen Stadtteil Linden zu einem Stadtquartier. Ein wesentlicher Bestandteil der städtebaulichen Studie zum Hanomag- Areal von 2008 war die Schaffung eines Quartiers mit attraktiver, sich ergänzender Nutzungsvielfalt (Mischung unterschiedlicher Nutzungen in einer alten Industrieanlage).

GESTALTUNGSMERKMALE

Nur das straßen- und giebelseitig vorhandene denkmalgeschützte Fassadenbild blieb erhalten und wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege authentisch modernisiert. Auf der Hofseite wurde in dem vorhandenen Stützen- und Trägerraster eine neue Fassade mit großzügigen Fensteröffnungen, Loggien und Terrassen geplant.

NUTZUNGSMERKMALE

In einem 4.000 m² großer Teilabschnitt des ehemaligen Produktionsgebäudes der Hanomag entstanden 23 Loftwohnungen.

ANPASSUNGSFÄHIGKEIT / FLEXIBILITÄT / NACHHALTIGKEIT

Barrierefrei gestaltetes Mehrgenerationenhaus.

IDENTITÄT

Wohnen im ehemaligen Industrieareal.

Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt
Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt
Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt
Abbildung Hanomaglofts Hannover
Foto: Olaf Mahlstedt