Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2018 zum Thema „Bauen für Wirtschaft und Verwaltung“


18.10.2017

Ministerin Cornelia Rundt und Kammerpräsident Wolfgang Schneider kündigen Titel des Staatspreises für Architektur an. - Das Land Niedersachsen, vertreten durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, lobt 2018 zum zwölften Mal den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur aus. Seit 1996 wird diese höchste Architekturauszeichnung des Landes im zweijährigen Rhythmus verliehen – seit 2002 in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen.

2015 wurde zwischen dem Ministerium und der Architektenkammer vereinbart, den Wettbewerb in einem festen Turnus wiederkehrender Themen auszurichten. Hatte der Wettbewerb zuletzt sein Augenmerk auf öffentlich genutzte Gebäude gelegt, so wird es gemäß dieser Verabredung im kommenden Jahr um die Themen Wirtschaft und Arbeit gehen. Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2018 steht daher unter dem Motto: Bauen für Wirtschaft und Verwaltung. Damit gemeint sind Gebäude und Anlagen aus den privatwirtschaftlichen Bereichen Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie private und öffentliche Verwaltungsbauten.

Der Landesregierung und der Architektenkammer Niedersachsen sind qualitätsvolles Planen und Bauen im Land ein großes Anliegen. Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt sagt: „Vom Wettbewerb erhoffen wir uns Beiträge, die dokumentieren, dass sich moderne Architektur in Niedersachsen nachhaltig und erfolgsorientiert den gesellschaftlichen Herausforderungen stellt.“

Dazu Kammerpräsident Wolfgang Schneider: „Technologische Innovationen haben die Rahmenbedingungen von Wirtschaft und Arbeit rasant verändert und neue Formen der Arbeitsorganisation mit sich gebracht. Eine professionelle und wettbewerbsfähige Arbeitsumgebung stellt heute, in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung, ganz andere Anforderungen als noch vor wenigen Jahren.“ Die Architektur muss darauf mit neuen Konzepten und Projekten reagieren. Sie übernimmt dabei auch wertevermittelnde Funktionen für den Bauherrn und das Unternehmen und wird mit Blick auf den städtebaulichen Kontext zum identitätsstiftenden Marketinginstrument. Die beim Niedersächsischen Staatspreis für Architektur eingereichten Arbeiten müssen durch bauliche Maßnahmen auch zur Aufwertung ihrer Umgebung und zur Förderung der Baukultur beigetragen haben. Die Auslobung erfolgt zu Beginn des neuen Jahres. Bauherren, Architektinnen und Architekten sind aufgerufen, sich rege an dem Architekturwettbewerb von Landesregierung und Architektenkammer zu beteiligen.

 

 

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2016

 

Ausgezeichnet: Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt, Prof. Dipl.-Ing. Johannes Schilling, Schilling Architekten, Köln, Norbert Kesseler, Diözesan- und Dombaumeister, Bischöfliches Generalvikariat, Bistum Hildesheim und Kammerpräsident Wolfgang Schneider mit den Preisträgern (von links). (Foto: Knoth)

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2016 geht an das UNESCO Weltkulturerbe Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten

01.06.2016

Schilling Architekten aus Köln und Hahn Hertling von Hantelmann, Landschaftsarchitekten aus Hamburg wurden am 1. Juni in Hannover gemeinsam mit ihrem Bauherrn Domkapitel Hildesheim mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2016 für die Sanierung und Modernisierung des UNESCO-Weltkulturerbes Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten ausgezeichnet.

Die Jury unter Leitung des Leipziger Architekten Prof. Stefan Rettich betonte, dass die architektonische Neuinterpretation der Räume und Materialien bei gleichzeitigem Sichtbarmachen der Bauhistorie eine Collage der Zeitgeschichte entstehen lasse. Besonders überzeugend sei die städtebauliche Umgestaltung des Domhofes und die gelungene Anbindung an die Innenstadt, die zu einer Aufwertung des umgebenden Quartiers führten.

Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen und selbst Jurymitglied, hob auch das Verfahren, in dem das Projekt zustande kam hervor: „In einem langjährigen Planungs- und Bauprozess, der einen Wettbewerb für die Freiflächengestaltung des Domhofs umfasste, arbeiteten Architekten, Landschaftsarchitekten und Bauherren stetig weiter für die optimale Lösung, passten die Ziele im Laufe der Zeit immer wieder an und kamen so gemeinsam zu einem einzigartigen Gesamtensemble, das Hildesheim überzeugend aufwertet.“

Auch die Niedersächsische Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt, die den Preis, der 2016 unter dem Titel „Bauen für die Öffentlichkeit“ stand, am Mittwochabend im Alten Rathaus in Hannover den Gewinnern überreichte, lobte die Qualität des prämierten Projekts: „Die präzisen Eingriffe, die hohe  Materialqualität und die Reduktion der Formen erzeugen räumliche Spannungen, Ruhe und hohe Aufenthaltsqualitäten. Die barrierefreien Räume sind hell, freundlich und ermöglichen sowohl öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen als auch Kontemplation. Das Projekt hat eine hohe Strahlkraft in die Öffentlichkeit.“

Der Staatspreis ist die höchste Architekturauszeichnung Niedersachsens und wird vom Land in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen vergeben. Die Jury hat den Preisträger aus 96 Bewerbungen in zwei Jurysitzungen und einer Exkursion ermittelt. Alle Bewerbungen waren am Tag der Preisverleihung im Festsaal des Alten Rathauses Hannover ausgestellt. Die Ergebnisse werden jetzt in einer Dokumentation veröffentlicht und in einer Wanderausstellung an verschiedenen Standorten Niedersachsens gezeigt.

Aus dem Kreis der aus 11 Projekten bestehenden Engeren Wahl wurden neben dem UNESCO-Weltkulturerbe Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten zwei weitere Projekte für den Staatspreis nominiert.

 

 

 

PREISTRÄGER

UNESCO Weltkulturerbe Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten, Hildesheim
Auszug Jurytext: „Besonders überzeugend sind zudem die städtebauliche Umgestaltung des Domhofes und seine Einbindung an den gesamtstädtischen Kontext des Dombezirks. Dies führt zusammen mit der gelungenen Innenstadtanbindung zu einer Aufwertung des umgebenden Quartiers.“

Entwurfsverfasser: Schilling Architekten (Prof. Johannes Schilling), Köln / Hahn Hertling von Hantelmann, Landschaftsarchitekten, Hamburg
Bauherr: Domkapitel Hildesheim
(Foto: Christian Richters)

 

 

 

NOMINIERUNGEN

Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover, Hannover
Auszug Jurytext: "Ein öffentlicher Bau ist zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden. Mit dem Erweiterungsbau des Sprengelmuseums ist ein Kunststück gelungen, das dem Ort und dem Inhalt gleichermaßen gerecht wird. Der Bau ist richtungsweisend aufgrund seines ganzheitlichen Lösungsansatzes – er provoziert die Menschen, über Architektur, Baukultur und Qualitäten kontrovers zu diskutieren."
Entwurfsverfasser: Meili & Peter Architekten AG, Zürich
Weitere Beteiligte: BAL Bauplanungs- und Steuerungs mbH, Berlin (Bauleitung) / Drewes + Speth, Hannover; Werner Sobek, Stuttgart (Tragwerksplanung)
Bauherrin: Landeshauptstadt Hannover
(Foto: Georg Aerni)

 

 

 

Rathaus Bissendorf, Bissendorf
Auszug Jurytext: "Durch die versetzte Anordnung der Baukörper gelingt es den Architekten beispielhaft, den öffentlichen Raum zu gliedern und neu zu definieren. Die herausgearbeiteten Freiräume des Kirchplatzes und des Bürgergartens bieten exzellente Orte öffentlichen Gemeindelebens. Mit seiner markanten Giebelform schiebt sich der Bürgersaal bis auf den Kirchplatz vor und formuliert zusammen mit dem Turmbau der St. Dionysius Kirche eine identitätsstiftende Silhouette. Aufgrund seiner exponierten Lage sowie des bis in den Dachraum offen gestalteten Innenraums wird der Bürgersaal zum Sinnbild eines offen-demokratischen Gemeindelebens."
Entwurfsverfasser: blocher partners, Stuttgart / Glück Landschaftsarchitektur, Stuttgart (Freianlagen)
Bauherrin: Gemeinde Bissendorf
(Foto: Christian Richters)

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2016

Wanderausstellung - Staatspreis 2016 on Tour

Ausstellungseröffnung am 29. März in Osnabrück / v. l. Cristina v. Pozniak-Bierschenk, Leiterin Staatliches Baumanagement Osnabrück-Emsland, Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident Stiftung Fachhochschule Osnabrück, Frank Otte, Stadtbaurat Osnabrück, Jörg Röhrmann, Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium, Kammerpräsident Wolfgang Schneider, Architekt Marcus Lembach von METARAUM Architekten BDA, Stuttgart und Architekt BDA Wolfgang Mairinger, Senior Partner von blocher partners, Stuttgart (Foto: Hermann Pentermann)

 

Ausstellung bis 21. April  in Osnabrück

Nach einer sehr gut besuchten Eröffnung am Abend des 29. März im Stadthaus 1 ist die Staatspreisausstellung nun bis zum 21.04.17 am Natruper-Tor-Wall 2 in Osnabrück zu sehen.
Öffnungszeiten: montags bis donnerstags jeweils 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 14 Uhr.

Zur Eröffnung gab es nach einführenden Worten von Stadtbaurat Frank Otte, Staatssekretär Jörg Röhrmann aus dem Niedersächsischen Sozialministerium und dem Jurybericht von Kammerpräsident Wolfgang Schneider ein kurzweiliges Podiumsgespräch mit beteiligten Architekten und Bauherren der Objekte aus Osnabrück und Bissendorf. "Gute Architektur braucht gute Bauherren" - unter diesem Motto führte Stadtaurat Otte durch das Gespräch, in dem alle Beteiligten deutlich machten, dass gegenseitiges Vertrauen von Architekt und Bauherr die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit und im Ergebnis für ein gelungenes Bauwerk legt.

 

Dokumentation kostenfrei in der Ausstellung

Zum Ausstellungsauftakt ist eine gedruckte Dokumentation des Staatspreises 2016 erschienen. Diese informiert umfassend über die beteiligten Projekte, die Juryarbeit und die Preisverleihung. Auch der Festvortrag von Nils Ballhausen, „Die Öffentlichkeit – nur ein Phantom?“, ist vollständig in der Broschüre abgedruckt.

Die Dokumentation liegt bei den verschiedenen Stationen der Wanderausstellung kostenfrei aus, im Anschluss können Restexemplare bei der Architektenkammer bestellt werden.

 

Präsentation im Hildesheimer Rathaus

Vom 27.01. bis 09.02.2017 wurde die Wanderausstellung im Foyer des Hildesheimer Rathauses gezeigt.

Zur Eröffnung am 26. Januar lobte Kammerpräsident Wolfgang Schneider das Charisma der Domanlage und die architektonische Neuinterpretation der Räume und Materialien, Niedersachsens Bauministerin Cornelia Rundt zeigte sich von der herausragenden öffentlichen Wirkung begeistert. Propst Reinhard Heine, Domkapitular im Bistum Hildesheim, sah im Entwurf des Kölner Architekturbüros Schilling Architekten eine "Rückbesinnung auf die romanischen Wurzeln". Und auch Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer freute sich über die Aufwertung eines zentralen Bereichs seiner Stadt, „heller, einladender, richtig schön“ seien der Dom und sein Umfeld geworden.

Alle Beteiligten zeigten sich also positiv, diskutiert wurde über den Bau dennoch – denn genau darum geht es beim Staatspreis. "Der Preis ist ein Instrument, um Diskussionen anzustoßen", sagte Kammerpräsident Schneider, "und er soll aufzeigen, was mit qualitätsvollem Bauen zu erreichen ist."

 

Ausstellungseröffnung in Hildesheim / v. l. Kammerpräsident Wolfgang Schneider, Bauministerin Cornelia Rundt, Domkapitular Propst Reinhard Heine und Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer (Foto: Stadt Hildesheim)

 

Auftakt in Berlin mit Diskussion und Dokumentation

Nach der Preisverleihung geht der Staatspreis für Architektur traditionell auf Reisen... Und so kam es Ende September zu einem gelungenen Ausstellungsauftakt in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, wo der Berliner Architekturkritiker Nils Ballhausen am 19. September anlässlich der Eröffnung unterhaltsam durch ein Podiumsgespräch zum Staatspreisthema „Bauen für die Öffentlichkeit“ führte: Neben dem Preisträger, Architekt Prof. Johannes Schilling aus Köln, lieferten sich der Juryvorsitzende, Prof. Stefan Rettich aus Leipzig, sowie Marco Brunotte als Jurymitglied und baupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion einen kurzweiligen Schlagabtausch.

Vorab gab Kammerpräsident Wolfgang Schneider einen umfassenden Bericht über die Arbeit der diesjährigen Jury.

Die Ausstellung präsentiert die Objekte der Engeren Wahl, die Nominierungen und natürlich den Preisträger mit Fotos, Texten und Modellen. Alle weiteren Bewerbungen werden in einer Bildschirm-Präsentation gezeigt.

Staatspreis in Berlin (Foto: Christian Schlenker)