Grußworte

CORNELIA RUNDT

Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Portrait CORNELIA RUNDT - Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Foto: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2014 greift mit seinem Schwerpunkt WOHNEN und hier Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2014 greift mit seinem Schwerpunkt WOHNEN und hier insbesondere mit Blick auf das Generationenwohnen ein Thema auf, dass der Landesregierung besonders am Herzen liegt. Die Projekte sollten einerseits in ihrer Grundrissgestaltung möglichst variabel für und über Generationen hinweg sein. Sie sollten also Angebote für eine generationenübergreifende und nachbarschaftsorientierte Bewohnerschaft bieten. Hier waren Ideen gefragt, die die Vielfalt der Generationen mit ihren individuellen Lebensmodellen und Ansprüchen berücksichtigen. Auch Aspekte der Inklusion und die Anpassung an eine stetig älter werdende Gesellschaft waren zu berücksichtigen. Andererseits sollten die architektonischen Entwürfe, die verwendeten Materialien und die Realisation langlebig sein. Ihre räumliche Form, ihre ästhetische Gestalt und ihre urbane Qualität sollten im städtischen Kontext einen Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten. Im ländlichen Raum bereichern sie in idealer Weise vorhandene Gestaltungsformen.

Ich freue mich, dass aus ganz Niedersachsen 43 sehr innovative Projekte eingereicht wurden. Die Bandbreite war groß und umfasste neugebaute, anpassungsfähige Einfamilienhäuser, umgebaute und nachhaltige Mehrgenerationenprojekte oder beispielsweise Seniorenwohnungen mitten im Dorf. Das zeigt: Die Umsetzung aktueller und zukunftsorientierter Wohnansprüche und -bedürfnisse ist in Niedersachsen auf einem sehr gutem Weg.

Unter dem Motto „Wohnen im Wandel. Bauen für Generationen“ geht der Staatspreis an Projekte, die sich durch eine architektonisch und städtebaulich überzeugende Lösung auszeichnen und dabei technisch und ästhetisch Maßstäbe setzen. Dieses Ziel zu erreichen hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aller Beteiligten ab. Zu ehren sind daher auch die Architektinnen und Architekten und engagierten Bauleute. Das Siegerprojekt, die HanomagLofts in Hannover, überzeugt in besonders vielen Belangen: Großes Engagement der Baugemeinschaft und Ideenvielfalt der Architekten und Ingenieure waren in der Projektentwicklungsphase gefragt, um in dem ehemaligen Fabrikgebäude moderne und bezahlbare Wohnlandschaften entstehen zu lassen. Das Projekt beweist, dass durch eine integrative Planung den vielfältigen Nutzerinteressen voll entsprochen und dabei ein sensibler Umgang mit dem baukulturellen Kontext gepflegt werden kann. Die Ausführungsqualität des Umbaus besticht und strahlt in das umgebende Quartier aus. Die tradierte, stadtbildprägende Bausubstanz wurde erhalten und mit neuer Nutzung weiterentwickelt. Die Industriegeschichte des Areals ist weiterhin ablesbar und bleibt so im kollektiven Gedächtnis. Dies alles ist beispielgebend für Niedersachsen und darüber hinaus.

Mit der BroschüreNiedersächsischer Staatspreis für Architektur 2014: Wohnen im Wandel. Bauen für Generationen und der Wanderausstellung stellen wir die ausgezeichneten Projekte vor. Die Beiträge können und sollen Anregungen zum innovativen Bauen in Niedersachsen geben. Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre bemerkenswerten und interessanten Arbeiten sowie allen, die am Zustandekommen des Wettbewerbsergebnisses und der Dokumentation beteiligt waren.

WOLFGANG SCHNEIDER

Präsident der Architektenkammer Niedersachsen

Portrait WOLFGANG SCHNEIDER - Präsident der Architektenkammer Niedersachsen
Foto: Pressestelle AKNDS

Zum inzwischen siebten Mal in seiner achtzehnjährigen Geschichte haben wir am 21. November 2014 in Hannover den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur vergeben. Seit vielen Jahren arbeiten Land und Architektenkammer Niedersachsen beim Staatspreis partnerschaftlich und in ausgezeichneter Atmosphäre zusammen. Dafür sind wir sehr dankbar. Die Verkündung der höchsten Architekturauszeichnung des Landes durch die Bauministerin ist ein hervorragendes Zeichen der Wertschätzung für diesen Preis, für die Baukultur in unserem Land und für die Arbeit von Architekten sowie für das Wirken starker Bauherren.

Wir alle wissen, dass die gebaute Umwelt darüber entscheidet, ob sich die Menschen in ihrem Ort, in ihrer Stadt wohlfühlen oder nicht. Deshalb müssen wir Bauwerke schaffen, mit denen sich die Leute langfristig identifizieren, bei deren Gestaltung sie womöglich mitwirken und die dem Eigentümer wegen ihrer besseren Bausubstanz und menschenfreundlichen Ästhetik langfristig wahrscheinlich sogar ein besseres Geschäft bescheren als ambitionsfreie Standardbauten.

Baukultur sollte auch den Sinnen guttun, sie beflügeln. Häufig zählen bei Bauprojekten nur die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Brauchbarkeit. Es ist bekannt, dass mit viel Geld unglaublich Scheußliches gebaut werden und mit wenig Geld etwas sehr Schönes entstehen kann. Dabei sollten wir bedenken, dass Bauen nie privat ist. Der kürzlich verstorbene ZEIT-Kritiker Manfred Sack hat es einmal treffend beschrieben: „Was der Architekt zustande bringt, geschieht immer öffentlich und berührt immer die Allgemeinheit.“ (Publikation 1994 Bund Deutscher Architekten BDA im Land Bremen „Wie entsteht gute Architektur?“)

Der Staatspreis soll in die Öffentlichkeit wirken, die guten Lösungen verschiedenster baulicher Aufgaben darstellen, die qualitätsvolle Arbeit des Berufsstandes zeigen und deutlich machen, was Baukultur für Niedersachsen bedeutet. Er wirft natürlich in erster Linie Schlaglichter auf herausragende Einzelbeispiele, doch sollen diese eben Vorbildcharakter für viele andere Projekte haben.

Unsere Tätigkeit als Architekten ist es, angemessenen Lebens- und Arbeitsraum für die Menschen zu schaffen und dabei die Umwelt zu schonen. Wir müssen dabei immer unserer Verantwortung gerecht werden. Und die Städte auch. Wir benötigen gut ausgebildete und erfahrene Kolleginnen und Kollegen in den Baubehörden, die einschätzen und beurteilen können, was ihre Entscheidungen auslösen. Wir benötigen starke Bauherren, die sich ihrer Rolle bewusst sind und am Ende Architekten, die auch gegen Widerstände eine qualitätsvolle Planung auf den Weg bringen.

Die zum Niedersächsischen Staatspreis für Architektur eingereichten Bewerbungen dokumentieren eindrücklich, dass es in unserem Land beispielhafte Lösungen gibt, die die genannten Kriterien zum Thema „Wohnen im Wandel. Bauen für Generationen“ ganzheitlich erfüllen. Es war für die Staatspreisjury keine leichte Aufgabe, aus den 43 eingereichten Bewerbungen geeignete Objekte für die Engere Wahl zu bestimmen. Insgesamt zehn Objekte wurden hierfür ausgewählt und sodann besichtigt. Im Anschluss daran wurden fünf Objekte für den Staatspreis nominiert und schließlich der Preisträger bestimmt.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Jury unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Stefan Forster sowie allen, die am Zustandekommen dieses Staatspreises mitgewirkt haben. Zweifelsohne ist es das persönliche Engagement jedes Einzelnen, das den Staatspreis in seiner inzwischen 18-jährigen Geschichte zu einer erfolgreichen Marke „Made in Niedersachsen“ hat werden lassen. Dieses Zeichen wollen wir gerne noch lange nach außen vertreten.

Die ausgezeichneten Projekte werden ganz bestimmt dazu beitragen, besonders hervorzuheben natürlich der diesjährige Preisträger: agsta – Architekten und Ingenieure aus Hannover und die Baugemeinschaft HanomagLofts, die für die Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Hanomag-Fabrik in Hannover zu Wohnungen mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2014 ausgezeichnet worden sind. Ein zweifelsohne herausragendes Projekt, das Strahlkraft entwickelt und Orientierung bietet: kurzum zeigt, was möglich ist und zum Nacheifern im besten Sinne anregt.